Experten schätzen, dass ca. 20 Prozent aller Menschen im Laufe ihres Lebens an
einer Depression erkranken. Sie fühlen sich dauerhaft niedergeschlagen und
freudlos. Häufig leiden sie unter Antriebslosigkeit und Schlafstörungen. Mit der
„MagStim-Brain-Balance“-Methode eröffnen sich ihnen nun neuartige Behandlungs-
Perspektiven. Der Grundgedanke dahinter: Bei depressiven Menschen ist
eine bestimmte Region im Stirnhirn links unteraktiv, während die rechte überaktiv ist
(auch bei chronischen Schmerzen konnten diese Seitenunterschiede festgestellt
werden). „Durch gezielte Stimulation der Gehirnrinde mit einer starken Magnetspule
lässt sich dieses Ungleichgewicht korrigieren und die Hirnfunktion somit
normalisieren“, versichert Neurochirurg Drs. Patrick Simons. Die Anwendung ist
unproblematisch: Das MagStim-Gerät wird auf den Kopf gesetzt. Dort löst es ein
wiederholtes Magnetfeld in der vom Arzt vorgegebenen Frequenz aus, meistens 10
Herz. Nach 5 bis 10 Sitzungen (jeweils ca. 40 Minuten) spürt der Patient in der
Regel erste positive Wirkungen. 10 bis 15 Sitzungen dauert es erfahrungsgemäß, bis
die beiden vorderen Hirnregionen wieder völlig im Gleichtakt sind.Meist hält dieser
Effekt mehrere Monate an und kann dann durch erneute Stimulation reaktiviert
werden.
Geringe Nebenwirkungen (lokale Kopfschmerzen)
sind selten und vorübergehend.
Bei einer ärztlichen Untersuchung sollte jedoch zuvor abgeklärt werden, ob je nach
Erkrankung eine Magnetstimulation grundsätzlich in Frage kommt. Bei schweren
Depressionen ist eine parallele psychiatrische und medikamentöse Behandlung
unerlässlich. Nicht geeignet ist die Methode bei Schwangerschaft, Herzschrittmachern,
Metallimplantaten am Kopf (außer Zähnen) sowie bei Patienten mit epileptischen
Anfällen.
Die MagStim-Brain-Balance-Behandlung ist eine IGELeistung und wird von den
Krankenkassen nicht bezuschusst.